Hundternehmerin Elke Wagner von Seelenfreund im Interview

​Elke Wagner stellt in ihrer kleinen Goldschmiede-Manufaktur Seelenfreund ganz besondere Schmuckstücke für Tierliebhaber mit den Haaren ihrer vierbeiniger Freunde her. Ein reiner Handarbeit fertig sie einzigartige Anhänger, Ketten und Armbändern, in welche die Haare der Tiere kunstvoll eingearbeitet sind. Im Interview verrät sie uns, wie es zu dieser Hundternehmens-Idee kam und was für sie das Beste am Hundternehmertum ist. 

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​Schon länger bin ich stiller Bewunderer von Elke Wagners Werken, ​mit denen sie ​auf ihrem Facebook und Instagram ​ihre Kunden verzaubert. Nicht nur Tiere, die bereits über die Regenbogenbrücke gegangen sind, verewigt die junge Hundternehmerin in kostbaren Schmuckstücken, auch deine vierbeinigen Seelenfreunde, die noch an deiner Seite sind, bekommen durch sie einen würdigen Liebesbeweis. Ein Anhänger oder Armband aus ihrer Kollektion steht auch noch auf meinem persönlichen Wunschzettel. 

Umso mehr freue ich mich, dass Elke sich bereit erklärt hat, uns einige Fragen zu ihrem Hundternehmen zu beantworten.

​Elke, du hast eine kleine Goldschmiede-Manufaktur und stellst einzigartige Schmuckstücke für Hundehalter her. Wie ist es denn dazu gekommen? 

Zum Goldschmiedehandwerk an sich hat mich meine Leidenschaft für kreatives Arbeiten und das Handwerk geführt – ich bin kein Büromensch, sondern lege gerne Hand an, um meinen Gedanken Gestalt zu verleihen. Dazu kommt ein großes Faible für Mythologie, Tradition und Geschichte – letztendlich war es einfach die perfekte Berufswahl für mich.

Als dann im August 2011 unser erster Hund bei uns einzog, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis unser neues Familienmitglied auch meine kreativen Gedanken zu neuen Ideen inspirierte. Dazu kam natürlich auch das Wissen darum, das Buddha nur für eine kurze Weile an meiner Seite bleiben würde und diesen Gedanken hatte ich immer wieder im Hinterkopf. Ich wollte einen besonderen Talisman gestalten, der mich immer an ihn erinnern würde, damit ein kleiner Teil für immer an meiner Seite bleiben würde.

​Copyright: Seelenfreund

​Seit wann bist du Hundternehmerin (also Selbständige mit Hund, auch vorherige Hundternehmen)?

Bis das ganze Konzept um Seelenfreund ausgereift war, hat es seine Zeit gebraucht. Das Label habe ich im Jahr 2014 eintragen lassen und im Januar 2015 habe ich die Schmuckstücke das erste Mal in Nürnberg auf der CACIB ausgestellt.

​Welche deiner Talente und Leidenschaften kannst du in deinem Hundternehmen ausleben? 

Ich bin durch und durch Handwerker und ich probiere gerne neue Dinge aus.

Das Logo habe ich selber entworfen und die Papiertüten für Kundenaufträge, die im Atelier abgeholt werden, habe ich selber bedruckt. Im Moment habe ich meine Leidenschaft für Handlettering entdeckt, das ist natürlich im Bereich Deko ganz nett.

Als Goldschmied reizen mich Schmuckstücke, die nicht nur durch ihren materiellen Wert, sondern besonders durch den ideellen Wert etwas ganz besonderes für meine Kunden werden. Durch die Haare kommt dann noch ein sehr spannender Aspekt zu meiner Arbeit, denn jedes Haar ist anders und so wird jedes Schmuckstück eine neue Herausforderung.

Mittlerweile hat sich das Spektrum auch erweitert und ich arbeite nicht nur Tierhaare, sondern Zähne oder Federn und auch Haare von Menschen in besondere Unikate ein.

​Wie bereichert dein Hund deinen Alltag bzw. welche Rolle spielt er in deinem Hundternehmen?

Er sorgt dafür, dass ich regelmäßig Pausen mache. Wenn ich in meine Arbeit vertieft bin, dann vergesse ich sehr oft die Zeit und Buddha erinnert mich immer daran, dass es Zeit ist für eine Runde an der frischen Luft. Diese Pausen tun mir sehr gut. Außerdem ist er mein Ruhepol. Es gibt nichts Schöneres, als bei der Arbeit den Blick über einen friedlich schlafenden Hund wandern zu lassen.

Aber neben diesen fast schon alltäglichen Dingen ist er auch ein sehr wichtiger Sicherheitsfaktor in meiner Goldschmiede. Als ausgewachsener Eurasierrüde nimmt er seinen Job als Sicherheitsdienst sehr ernst und so kann es besonders bei männlichen Besuchern auch mal vorkommen, dass am Anfang ein tiefes Brummeln aus dem Arbeitsbereich meiner Schmiede ertönt. Ich habe das von Anfang an für einen kurzen Moment toleriert und wenn ich dann das „OK“ gebe, ist auch schon Ruhe und er widmet sich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung – schlafen.

Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber mein Lehrmeister ist schon Opfer eines Raubüberfalls geworden. Damals sind nur Wertsachen gestohlen worden, aber das Trauma, das nach so einem Erlebnis zurück bleibt, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Mit Buddha an meiner Seite mache ich mir in dieser Hinsicht keine Sorgen, denn laut Polizei gibt es keinen besseren Schutz vor Raub und Einbruch, als einen guten Wachhund – und meiner ist dabei ganz besonders charismatisch.

​Welche persönlichen Werte und Philisophien lebst du in deinem Hundternehmen aus? 

Ehrlichkeit und Vertrauen sind mir sehr wichtig und was Philosophie angeht, gibt es sogar ein Buch, das mich zum Namen meines Labels inspiriert hat:

Anam Cara – das Buch der keltischen Weisheit von John O`Donohue (*Werbung). Diese Lektüre kann ich sehr empfehlen, denn es hat mich gelehrt, viele Dinge anders zu betrachten und ist auch sehr schön zu lesen, denn der Autor ist ein richtiger Poet.

Anam Cara kommt aus dem Gälischen und heißt „Seelenfreund“. Der Autor hat in seinem Buch zwar eigentlich die besondere Verbindung mit einem anderen Menschen im Sinn, doch für mich ist die Freundschaft mit Tieren nur eine weitere Facette der selben Geschichte. Das Zusammenleben mit unseren tierischen Gefährten verändert uns, sie berühren unsere Seele und machen uns zu besseren Menschen. Sie lehren uns auch, dass die Gegenwart wichtig ist und jeder Tag ein Geschenk ist.

Diese besondere Verbindung steckt auch in den Schmuckstücken von Seelenfreund und ich bekomme von meinen Kunden sehr oft die Bestätigung, dass es ganz vielen Menschen in diesem Punkt so geht wie mir.

​Copyright: Seelenfreund

​Was lieben deine Kunden an dir? 

Ich nehme mir Zeit und bin ein sehr ehrlicher Mensch. Die Geschichten, die hinter jedem Schmuckstück von Seelenfreund stecken, sind mir sehr wichtig und ich habe sie auch bei der Arbeit immer im Hinterkopf.

Von meinem Lehrmeister habe ich das Motto „geht nicht gibt’s nicht“ übernommen. Manche Ideen brauchen natürlich etwas Zeit, aber bisher ist mir noch für jedes Problem eine Lösung eingefallen.

​Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? 

Morgens drehe ich immer eine große Runde mit Buddha. Das lockert meine Glieder und die frische Portion Sauerstoff lässt mich gut in den Tag starten.

Im Atelier wird im Moment erst mal der Ofen angeschürt und eine große Kanne Tee gekocht und dann geht es entweder daran, Skizzen zu machen oder ich setze mich gleich an den Werktisch.

Wenn Kundentermine anstehen, mache ich dazwischen Kleinigkeiten, wie Rechnungen schreiben oder Aufträge für den Versand vorbereiten oder ich organisiere meine Pinnwand mit den Aufträgen.

​Welche Aspekte des Hundternehmer-Seins stellen dich beruflich oder privat vor Herausforderungen? 

Ich mache hier ziemlich viel ​selbst und da hat man ab und zu das Gefühl, das man sich eigentlich aufteilen müsste. Pflege der Homepage, Bildbearbeitung und Layout für Flyer, Banner, Visitenkarten etc., Pflege des Onlineshops, Betreuung der Social-Media-Seiten, Ausarbeitung neuer Ideen, Musterstücke, Aktuelle Aufträge abarbeiten, Skizzen für Sonderanfertigungen machen, Kundentermine im Atelier, Buchführung… Da kommt ganz schön was zusammen.

Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, habe ich mir erst vor Kurzem ein ziemlich ausgeklügeltes Pinnwandsystem gebastelt, damit ich ​nichts Wichtiges aus den Augen verliere.

​Bist du entscheidungsfreudig oder zögerst du eher und denkst lieber alles noch einmal durch? 

Ich habe im Lauf der Zeit gelernt, dass es immer besser ist, über eine Entscheidung erstmal zu schlafen. Ich habe schon Entscheidungen spontan getroffen, habe im Nachhinein dann aber oft festgestellt, dass ich besser nochmal darüber nachgedacht hätte.

​Welche Hundternehmens-Bereiche möchtest du ausbauen und optimieren?

Im Moment arbeite ich daran, die ganzen Zwischenschritte besser aufeinander abzustimmen. ​Bei mir sind im Ablauf noch viele Punkte, die unnötig Zeit kosten und das muss einfach besser werden, denn am Ende ist es eben auch wichtig, dass man von seinem Hundternehmen leben kann.

Und natürlich kommen regelmäßig neue Modelle zum Sortiment. Ende letzten Jahres habe ich die ersten Pulsa-Armbänder gemacht und die brauchen noch eine schöne Präsentation auf der Homepage und noch ein paar kleinere Modelle sind noch nicht im Shop vertreten.

​In Zukunft wird es auch ein paar kleine Firmen geben, die Musterboxen von Seelenfreund haben, damit sie ihren Kunden die Stücke im Original zeigen können. Das wird dann unter der Rubrik „Seelenfreundbotschafter“ auf der Homepage zu sehen sein. Aber das ist alles erst in der Planungsphase und bis diese Idee wirklich umgesetzt wird, braucht es leider noch etwas Zeit.

​Bist du schon mal mit einem Plan gescheitert? Wie bist du damit umgegangen? 

Scheitern gehört einfach dazu, wenn man sich in einem Terrain bewegt, wo man ab und zu etwas Neues ausprobiert. Der Punkt, an dem man das feststellt, ist zunächst natürlich etwas bitter. Aber solang man seine Lehren daraus zieht, war nicht alles umsonst. Jede Erfahrung hat am Ende auch etwas Gutes, denn aus Fehlern lernt man.

​Hast du dich schon mal gefragt, warum du das alles machst? Hast du schon einmal gezweifelt? 

Mein kleines Atelier ist so etwas wie ein Jugendtraum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich habe bei vielen Entscheidungen einfach auf mein Herz gehört und das hat mich dahin geführt, wo ich jetzt bin.

Es ist aber schon so, dass man sehr viel Zeit, Arbeit und Fleiß hineinsteckt und ich habe mir schon ab und zu gedacht, dass es in einem „0815“-Job einfacher wäre. Aber unterm Strich möchte ich nicht tauschen.

​Wer gehört zu deinem persönlichen Hundternehmer-Rudel und was bedeuten sie für sich? 

Das Hauptteam sind in der Tat nur Buddha und ich. Buddha ist meine Inspirationsquelle und durch die viele Zeit an der Natur erdet er mich auch ein bisschen.

Mein Mann hält mir den Rücken frei und kümmert sich um Buddha, wenn ich auf Messen und Märkten etc. unterwegs bin. Er hilft mir auch dabei, etwas Ordnung in mein chaotisches Wesen zu bringen.

Und auf den größeren Messen wäre ich ohne meine Familie und meine Freunde aufgeschmissen, denn die helfen mit bei der Betreuung meines Messestandes und das ist mir eine sehr große Hilfe.

​Was gibt es aktuell Aufregendes zu berichten? 

Im April bin ich wieder in Bamberg bei Pfotikum & Friends und im Mai bin ich auf dem ersten fränkischen Hundefrühjahrsmarkt „SpringDog“ in Haßfurt. Das sind zwei kleine Events auf die ich mich sehr freue, denn anders als bei den großen Messen, sind kleinere Veranstaltungen viel hundegerechter, weil nicht so viel Trubel ist​. Gerade auf dem Hundefrühjahrsmarkt wird es vom Gelände her auch schön großzügig sein, so ist es auch für junge und ängstliche Hunde überhaupt kein Problem.

​Im November bin ich dann wieder für ein Wochenende auf der Heimtiermesse, die im Rahmen der Consumenta in Nürnberg stattfindet.

​Was sind deine Ziele für 2018?

Ich möchte mich ein bisschen mit dem Thema Videos beschäftigen, denn mit diesem Medium kann man dem Besucher auf der Homepage ein breiteres Spektrum der Arbeiten vermitteln und sie sollen wohl auch für die Statistiken auf Facebook und Instagram ganz gut sein. Allerdings muss ich erstmal sehen, woher ich die Zeit dafür nehme.

Und ich muss unbedingt meine „normale“ Goldschmiede-Homepage überarbeiten… Die ist im Moment ziemlich schlecht.

​Hast du einen speziellen Tipp für alle, die sich in ihrem Traumberuf selbständig machen wollen? 

Ich bin ein großer Fan von Netzwerken. Denn alle kleineren Hundternehmen haben einfach nicht die finanziellen Mittel wie große Konzerne.

Zum Einen nutze ich hier meine Homepage als Plattform und habe in der Fußleiste einen Button eingefügt – „Seelenfreund empfiehlt“. Hier sind kleine Firmen rund um das Thema Hund, Katze, Pferd​ und natürlich Handwerk und Kunst erwähnt und verlinkt.

Des Weiteren habe ich mit einigen Firmen, die sehr schöne Produkte herstellen, Flyer ausgetauscht. Die Firmen packen meine Flyer in ihre Pakete und ich packe in meine Pakete die Flyer der anderen Firmen rein. Das ist eine sehr schöne Variante, sich gegenseitig dabei zu unterstützen, um bekannter zu werden und neue Kunden zu erreichen.


Herzlichen Dank an Elke für ihre offenen und sympathischen Antworten. Wenn du mehr über Seelenfreund und Elkes Goldschmiede erfahren möchtest, findest du sie hier:

​www.herz-seelenfreund.de
www.goldschmiede-kunststueck.de
Seelenfreund bei Facebook
Seelenfreund bei Twitter
Seelenfreund bei Instagram

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Ines Reply

Danke für die Vorstellung! Ich finde die Ideen dabei außergewöhnlich schön und interessant umgesetzt. Ich wollte auch mal Goldschmiedin werden. Dafür fehlt es mir jedoch leider an Talent.

Ich wünsche Dir weiter viel Freude an und Erfolg mit Deiner Arbeit!

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