Nicole Funk von Leinenengel im Interview

​In unserer Serie der Hundternehmer-Interviews berichtet heute Nicole Funk von Leinenengel von ihrem Leben als Hundetrainerin. Mit ihrer eigenen Hundeschule möchte sie vor allem individuelle Lösungen bieten, die aus Mensch und Hund ein tolles Team machen. Im Interview verrät sie uns, wie sie dazu gekommen ist und wie es läuft. 

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​Nicole, du hast eine Hundeschule. Wie ist es denn dazu gekommen? 

Vor 10 Jahren habe ich Oskar aufgenommen, eigentlich ein mehr als ungeeigneter Ersthund. Ein Aussie, mit sämtlichen Macken, wie er im Buche steht (stand) – nervös, unruhig, rastlos, bellfreudig usw. Nachdem ich keine wirklich passende Hundeschule finden konnte, keimte der Gedanke es “selbst zu machen”. Parallel dazu wuchs die Unzufriedenheit im Beruf. Nach ewigem Hin- und Herüberlegen, habe ich dann 2015 die Ausbildung zur Hundetrainerin angefangen.

​Seit wann gibt es dein Hundternehmen bzw. wie lange bist du schon Hundternehmer?

Das Nebengewerbe habe ich 2016, quasi direkt nacht der Ausbildung angemeldet. Seit Februar 2018 lebe ich nun komplett von der Hundeschule und habe meinen Job an den Nagel gehängt.

​Welche deiner Talente und Leidenschaften kannst du in deinem Hundternehmen ausleben?

Ich liebe es mitzuerleben, wie aus Mensch und Hund ein Team wird. Besonders spannend finde ich immer wieder, dass es oftmals nur ganz kleine Stellschräubchen sind, an denen man drehen muss. Ich glaube, eine gute Eigenschaft im Hundetraining ist Empathie. Da im Hundetraining kein Schema F funktioniert, eine der wichtigsten Eigenschaften, um eine individuelle Lösung zu finden.

​Wie bereichert dein Hund deinen Alltag und welche Rolle spielt er in deinem Hundternehmen?

Meine Hunde bedeuten für mich Freiheit. Ich habe derzeit den absoluten Luxus, mir den größten Teil meiner Zeit einteilen zu können und das genießen wir in vollen Zügen. So weit es geht, binde ich meine drei in die Hundeschule mit ein, es gibt schon Stunden, in denen sie den Trainingsassistenen spielen. Hauptsächlich haben sie während der Hundeschule aber Freizeit.

​Welche deiner persönlichen Werte und Philosophien lebst du in deinem Hundternehmen aus? 

Das Wichtigste ist Individualität! Ich arbeite mit Menschen und Hunden, von denen jedes Team anders ist. Ein Training nach Schema F kann und darf man sich hier nicht erlauben. Zusammen mit der Individualität sind Offenheit, Ehrlichkeit & vor allem auch Empathie wichtige Punkte in der Arbeit mit Menschen. Genügend Feingefühl zu besitzen, die richtigen Worte zu finden und dennoch absolut ehrlich zu sein.

​Was lieben deine Kunden an dir?

Ich glaube ​das ist genau diese eben geschilderte Individualität. Klar, habe ich für meine Kurse Konzepte. Diese jedoch sind nie in Stein gemeißelt und werden entsprechend an das Mensch-Hund-Team angepasst. Außerdem glaube ich, dass ich mich in meine Kunden gut hineinversetzen kann, so dass sie sich verstanden fühlen.

​Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Entspannt! Seit ich Hundternehmer bin, gibt es eigentlich nichts mehr, was mich stresst. Derzeit laufen die meistens Kurse abends und Einzeltrainings finden auch eher nicht am Vormittag statt, daher startet mein Tag mit Büro. Das heißt für mich: die Homepage wird laufend optimiert, ich bin immer wieder damit beschäftigt neue Kurse auf die Beine zu stellen, das ganze administrative Drumherum und ich blogge (demnächst auch wieder mehr und regelmäßiger), usw.

Da ich im Juni erst den Standort gewechselt habe, bin ich natürlich auch ständig damit beschäftigt, mich bekannter zu machen und Kontakte zu knüpfen. Werbung ist hier auch ein Thema. Ich fahre Tierärzte, Tierläden und andere relevante Orte ab, wo ich bspw. Flyer auslegen kann. Ab nachmittags starten dann derzeit die Kurse.

In den Pausen sind natürlich meine Hunde dran. Die freie Zeiteinteilung bringt auch viele Vorteile für die Hunde. Sie sind fast gar nicht mehr allein. Je nach Kurs nehme ich auch immer mal einen der Hunde mit.

​Welche Aspekte des Hundternehmer-Seins stellen dich beruflich oder privat vor Herausforderungen?

Beruflich gesehen ist die größte Herausforderung natürlich, den Betrieb zum Laufen zu bekommen und dies dann auch zu halten. Auf privater Sicht ist es ​manchmal schwierig Termine unter einen Hut zu bekommen, da meine Arbeitszeiten auch oft dann sind, wenn alle anderen frei haben. So komme ich manchmal halt etwas später zu Verabredungen. 

​Bist du entscheidungsfreudig oder zögerst du eher und denkst lieber alles noch mal durch?

Gezögert habe ich lediglich damals, als ich überlegt habe, ob ich die Ausbildung zur Hundetrainerin machen soll. Eben auch aus existentieller Sicht. Mittlerweile bin ich zuversichtlich, bereue lediglich, dass ich mich damals nicht sofort dafür entschieden habe. Ich bin entscheidungsfreudig, weil ich eben zuversichtlich bin.

​Welche Hundternehmens-Bereiche möchtest du ausbauen und optimieren?

Ich möchte in naher Zukunft gern auch Webinare für meine Kunden anbieten. Derzeit tüftel ich an der Technik und natürlich auch an den entsprechenden Themen und deren Umsetzung. Ebenso würde ich gern einen kleinen Shop integrieren, in dem ich selfmade Leinen, Halsbänder & Co. anbiete.

​Bist du schon mal mit einem Plan gescheitert? Wie bist du damit umgegangen?

Vor fast zwei Jahren hatte ich die Möglichkeit eine Halle für die Hundeschule zu mieten. Die Örtlichkeiten wären perfekt gewesen, ich hätte quasi alle Wünsche abdecken können. Leider wurde dies von den Behörden nicht genehmigt. Die Gründe waren hier mitunter nicht nachvollziehbar. Gerade die Suche nach einem vernünftigen Hundeplatz, einer Halle o.ä. erweist sich hier als schwierig. Ich möchte nichts geschenkt! Ich wäre bspw. bereit gewesen, ein Grundstück im Gewerbegebiet zu kaufen. Das hat die Gemeinde mir verwährt, da es ja Unternehmen gibt, die weitaus größere Flächen kaufen und somit werden diese natürlich zuerst berücksichtigt. Es ärgert mich maßlos, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Im Mai musste ich kurzfristig den Übungsplatz aufgeben und selbst da ging es dann irgendwie weiter. Es wird sich auch hier noch alles fügen!

​Hast du dich schon mal gefragt, warum du das alles machst? Hast du schon mal gezweifelt?

Kurz und knapp: NEIN! Und das stimmt wirklich. Ich habe es noch nie bereut, diesen Schritt gegangen zu sein.

​Wer gehört zu deinem persönlichen Hundternehmer-Lieblingsrudel und was bedeuten sie für dich? 

Oh, da gibt es einige, die ich echt bewundere. Auch, wenn ich eher still verfolge. Da wären z.B. Pedi Matthies oder Martina Flocken. Absolute Frauenpower würde ich sagen.

(Anmerkung: Oh ja, die beiden hatten wir ja auch schon mal im Interview! Die Interviews von ihnen habe ich dir oben verlinkt.)

​Was gibt es aktuell aufregendes zu berichten?

Ich freue mich trotz Standortwechsel derzeit sehr über die Entwicklungen meiner Hundeschule. Ich habe dran geglaubt, aber nicht, dass es (für mich) so schnell Dimensionen annimmt, dass ich mir für das nächste Jahr bereits Gedanken hinsichtlich der “steuerlichen Entwicklung” machen muss.

​Was sind deine Ziele für das nächste Jahr?

Da es sich beim jetzigen Standort um eine Übergangslösung handelt, steht natürlich ganz oben auf der Liste endlich etwas endgültiges zu finden. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Ziel dieses Jahr noch umsetzen kann.

​Hast du einen speziellen Tipp für alle, die sich in ihrem Traumberuf selbständig machen wollen? 

Habt Mut! Traut euch! Eigentlich kann man hier diese ganzen Floskeln à la “man lebt nur einmal” einfügen. Aber es ist auch nicht abwegig! Ich habe nur dieses eine Leben, warum soll ich dies, gerade in beruflicher Hinsicht, “verschwenden”. Tut, was euch glücklich macht!


​Dem letzten Satz kann ich nur zustimmen! 🙂

Vielen Dank an Nicole für dieses offene und inspirierende Interview. Wenn ihr mehr von Leinenengel sehen wollt, dann schaut doch mal auf der Homepage, bei Facebook oder Instagram vorbei.

Hat dir das Interview gefallen? Dann teile es gern mit befreundeten Hundternehmern. Wenn du dich und dein Hundternehmen auch mal bei uns an dieser Stelle vorstellen möchtest, dann schicke uns eine kurze Bewerbung per E-Mail. Wir freuen uns darauf, dein Hundternehmen kennen zu lernen!

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