Ilka vom HundeHofHochstein im Hundternehmer-Interview

​Ilka Hochstein vom HundeHofHochstein hat ihr Leben lang eigentlich nur menschliche Gäste betreut und für ​deren Wohl gesorgt. Wieso sie sich entschied statt ​einem Leben in der Hotellerie, eine Hundepension zu eröffnen, erzählt sie uns heute im Interview. 

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​Ilka, du hast eine Hundepension, Hundeschule und machst auch noch Ernährungsberatung. Wie ist es denn dazu gekommmen?

​Bis 2012 haben mein Mann und ich in verschiedensten Bereichen der Hotelerie gearbeitet. Immer mit vollem Einsatz, zuletzt hatten wir mehrere Jahre sehr erfolgreich ein Hotel gepachtet. Dann kam es zu Unstimmigkeiten, mit dem Verpächter, über die anstehenden Renovierungen im Haus. Nachdem der Vertrag aufgelöst war begann für uns eine Neuorietierung.

Wo treibt das Leben uns hin? Da wir uns über unsere jeweiligen Hunde kennengelernt hatten, waren Hunde in unser beider Leben immer sehr präsent. Während wir noch nach der Richtung suchten begann ich bereits eine Ausbildung zum Hundetrainer und dann war ziemlich schnell klar, wir möchten eine Hundepension eröffnen.

Das ist auch jetzt das Hauptstandbein. Ernährungsberatung ergibt sich da zwangsläufig, denn das Futter ist elementar für ein gesundes Hundeleben. Die Trainerausbildung war die Basis für das Fachwissen.

​Seit wann gibt es dein Hundternehmen bzw bist du Hundternehmer?

​Noch in der einjährigen Ausbildung zum Hundetrainer, haben wir nach einen Objekt geschaut um die Pension betreiben zu können und dann auch direkt 2012 bereits das Gewerbe angemeldet. Mit voller Kraft vorraus.

Ende 2014 mussten wir dann den ersten Standort verlassen und haben 2015 nochmal “neu” angefangen. 150Km entfernt. Jetzt haben wir allerbeste Vorraussetzungen.

​Welche deiner Talente und Leidenschaften kannst du in deinem Hundternehmen ausleben?

​Mein Organisationstalent ist legendär, außerdem bin ich gerne kreativ – das kommt den Hunden bei den Beschäftigungseinheiten zugute.

Eine Leidenschaft ist das genaue Beobachten von Hunden, schon immer habe ich privat sehr viel meine eigenen Hunde beobachtet und jetzt darf ich das beruflich tun. Es ist einfach faszinierend wie sie miteinander kommunizieren und welche eigenen Ausdrucksarten die einzelnen Hunde besitzen.

​Wie bereichert dein Hund deinen Alltag bzw welche Rolle spielt er in deinem Hundternehmen?

​Die Hündin die ich bereits hatte als der Betrieb in der Hundepension begann, hat sofort klar gemacht, dass sie nicht als Hundebespaßer mitarbeiten möchte. Somit hat sie frei, derweil ich arbeite. Der Rüde, der dann noch dazukam, ist nur Teilzeitmitarbeiter.

Wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin, dann nur in der Freizeit. Oder sie sind Tester für irgendwelche Neuen Ideen.

​Welche persönlichen Werte und Philosophien lebst du in deinem Hundternehmen aus?

​Empathie und Wertschätzung gegenüber den Hunden ist mir sehr wichtig. Auch ist der gewaltfreie Umgang mit den Hunden die Basis, auf der wir aufbauen.

​Was lieben deine Kunden an dir?

​Ich hoffe es ist meine Ehrlichkeit, aber fragen sollte man sie natürlich selbst. Au​ßerdem wissen sie, dass ich ihre Hunde genauso mag wie sie selbst.

​Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

​Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht wirklich, jeder Tag ist völlig anders. Selbstverständlich gibt es Prozesse, bestimmt durch die Gasthunde, die gleich sind. Dennoch sind die Individuen, die bei uns Urlaub machen so unterschiedlich, dass kein Tag dem anderen gleicht. Auch ist der Tagesablauf im Hochsommer ein anderer als im Winter. Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Das aktuelle Tagesgeschehen in der Pension steht immer im Vordergrund. Die Hundeschule und alle unternehmerischen Aufgaben werden in den Pausen der Hundepension, oder nach “Feierabend” erledigt. Die Pflege und Instandhaltung des Hofes ist ebenfalls Bestandteil des Tages.

​Welche Aspekte des Hundternehmer-Seins stellen dich beruflich oder privat vor Herausforderungen?

​Beruflich habe ich oft emotionale Probleme, wenn ich sehe wie gleichgültig manch Hundehalter seinem Hund gegenüber ist. Zweifelsfrei lieben sie alle ihre Hunde, aber Empathie zu empfinden scheint nicht jedem zu liegen. Wenn ich dann mit einem Denkanstoß helfen kann, das Leben des Hundes angenehmer zu gestalten, dann freue ich mich darüber umso mehr. Die große private Herausforderung ist, wie bei allen Vollzeitberuftätigen, dass man irgendwie immer den Eindruck hat, der eigene Hund kommt zu kurz.

​Bist du entscheidungsfreudig oder zögert du eher und denkst lieber alles noch einmal durch?

​Ich überdenke Entscheidungen sehr genau aber schnell, da bin ich pragmatisch ohne Schnörkelei. Ich war ja auch schon vor der Hundternehmerzeit selbstständig, daher bin ich schon geübt darin. Ist die Entscheidung getroffen, dann muss die Umsetzung zügig gehen. Geduld ist hierbei nicht meine Stärke.

​Welche Hundternehmens-Bereiche möchtest du ausbauen und optimieren?

​Wir wachsen langsam aber stabil, unser kleiner Hofladen soll ein besseres Portfolio bekommen und damit besser frequentiert werden. Aktuell sind es hier hauptsächlich die Pensions- oder Hundeschulkunden, die einkaufen.

​Bist du schon mal mit einem Plan gescheitert? Wie bist du damit umgegangen?

​Klar ist schon mal etwas schiefgegangen, aber als Scheitern würde ich das kaum bezeichnen.
In der Gesamtheit gehören Sackgassen und Irrwege dazu. Ich mag es, etwas auszuprobieren, auch wenn ich dann feststelle, dass es nicht zu mir oder dem Unternehmen passt. So weiß ich es dann ganz sicher. Und auf diesen Umwegen hat mich schon das ein oder andere Mal ein Geistesblitz getroffen. Ich liebe Gesitesblitze!

​Hast du dich schon mal gefragt, warum du das alles machst? Hast du schon einmal gezweifelt?

​Tatsächlich mag ich mein Leben sehr gerne, ich bin den ganzen Tag drau​ßen und genieße das selbstgestaltete Umfeld. Wenn es tiefe Minusgrade hat, dann ist das allerdings auch nicht mehr ganz so schön. Aber dann kommt zur Belohung Schnee oder ein Kaminfeuer daher und ich genieße liebe wieder den Moment.

​Wer gehört zu deinem persönlichen Hundternehmer-Lieblingsrudel und was bedeuten sie für dich? 

​Am wichtigsten ist natürlich mein Mann, seit 20 Jahren gehen wir Seite an Seite durch das Leben, treffen und tragen gemeinsam Entscheidungen. Er ist die Verläßlichkeit in Person. Er macht mich vollständig, ist mein Komplenent. Ohne meine Hunde wäre ich arm.

​Was gibt es aktuell aufregendes zu berichten?

​Momentan mache ich eine weitere Fortbildung als Hundegesundheitsberater um noch mehr über das System Hund zu erfahren. Ausserdem tauche ich weiter in die Welt der ätherischen Öle und Hydrolate ein. Hier probiere ich gerade all mein theoretisch​ erworbenes Wissen in der Praxis aus. Denn was ich nicht wirklich selbst ausprobiert und erfahren habe, empfehle ich nicht weiter. Ich lebe in Überzeugungen.

​Was sind deine Ziele für 2018?

​Ein paar kleine Ideen sind noch umzusezten, damit sich die Pensionshunde noch wohler bei uns fühlen können​. Der Stammkundenausbau in der Pension wird vorangetrieben und Arbeitsabläufe optimiert.

Weitere Beschäftigungskurse aus meinem „Gedankenbuch“ warten noch auf Konzeptionierung und können dann starten. In diesem Buch stehen noch viele weitere tolle Dinge, die auf Umsetzung warten.

​Hast du einen speziellen Tipp für alle, die sich in ihrem Traumberuf selbständig machen wollen?

​Grundsätzlich sollte man einen Plan haben von dem was und wohin man möchte. Dennoch ist es notwenig offen zu sein für Planänderungen, denn es kommt immer irgendwie anders und anders ist nicht unbedingt schlecht. Der schnelle Erfolg ist nicht immer wünschenswert, es ist die Nachhaltigkeit, die bedeutsam ist beim Unternehmensaufbau. Die schnell wachsenden Bäume, sind die ersten die im Sturm umknicken.


​Vielen Dank an Ilka vom HundeHofHochstein für das interessante und inspirierende Interview. Den HundeHofHochstein findest du auch hier:

​www.hundehofhochstein.de
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