Hundternehmer Alexander Schillack von Care – Die Hundeschule im Interview

​Heute erzählt uns Hundternehmer Alexander Schillack von Care - Die Hundeschule, wie es dazu kam, dass er sich auf die Arbeit mit Problemhunden spezialisiert hat. Er berichtet über seinen Alltag als Hundetrainer und die Herausforderungen und schönen Momente seiner Arbeit. 

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​Alex, du hast eine Hundeschule, bist Dozent und hast dich auf die Arbeit mit Problemhunden spezialisiert. Wie ist es denn dazu gekommen?

​Ich habe mir im Dezember 2011, ich war damals 22 Jahre alt, meinen ersten eigenen Hund geholt. Da sich sein Verhalten nicht wie gewünscht entwickelte, besuchte ich mit ihm diverse Hundeschulen und Hundetrainer. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich sein Verhalten (er entwickelte enorme Aggressionen gegenüber Artgenossen und Menschen) so in die falsche Richtung entwickeln konnte, und welche Rolle ich dabei gespielt habe. Diese Antworten bekam ich leider nicht und so habe ich mich selbst auf die Suche nach den Ursachen seines Problemverhaltens gemacht.

Schnell wurde aus dem Hobby eine Passion. Neben meinem Studium habe ich mir die theoretischen Grundlagen im Selbststudium angelesen und dann Praktika in Hundeschulen gemacht. Die Spezialisierung resultiert vor allem aus meinen eigenen Erfahrungen und der Tatsache, dass es nicht so viele Kollegen gibt, die sich solcher Fälle annehmen. 

​Seit wann bist du Hundternehmer (also Selbständiger mit Hund, auch vorherige Hundternehmen)?

​Mein erstes Gewerbe habe ich im Jahr 2013 angemeldet. Angefangen habe ich als Dogwalker, um möglichst viel Erfahrung mit verschiedenen Hunden zu sammeln. 

​Welche deiner Talente und Leidenschaften kannst du in deinem Hundternehmen ausleben? 

​Mir wird nachgesagt, dass ich viel und gerne rede. Das kommt mir in der Rolle des Verhaltensberaters natürlich entgegen. Aber auch die Freiheit, den Tag frei zu gestalten, sein Hobby zum Beruf zu machen und Menschen zu helfen, genieße ich sehr. 

​Wie bereichert dein Hund deinen Alltag bzw. welche Rolle spielt er in deinem Hundternehmen?

​Balou, der ältere Hund, hat mich zu meinem Beruf gebracht. Immer, wenn ich mal sauer auf ihn bin oder er mich nervt, führe ich mir dies vor Augen und ich kann ihm gar nicht mehr böse sein. Ich versuche, die Hunde in meinen Alltag einzugliedern und mich nicht komplett nach den Tieren zu richten. Dennoch bestimmen sie natürlich regelmäßige Tagespunkte, wie ausgiebige Spaziergänge.

Im Training mit Hundebesitzern spielen die beiden eine sehr große Rolle, denn nicht selten berate ich Hundebesitzer, deren Hunde Probleme im Sozialverhalten mit Artgenossen haben. Balou tritt im Training als der souveräne adulte Hund auf. Louie besitzt eher Kompetenzen im Bereich positiver Sozialkontakte. Seinem Charme konnte bisher noch niemand widerstehen. 

​Welche persönlichen Werte und Philosophien lebst du in deinem Hundternehmen aus?

​Der Satz "Mach dein Hobby zum Beruf, dann musst du niemals arbeiten gehen" hat mich in der Planung meiner Selbständigkeit viel begleitet. Natürlich habe ich auch festgestellt, dass nicht jede Minute der Selbständigkeit immer nur Spaß macht. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass man langfristig nur zufrieden sein kann, wenn man voll hinter dem steht, was man macht. Dazu zählt dann auch der Beruf. Ich selbst sehe meinen Job als sinnvolle Arbeit, denn ich helfe Menschen, die Beziehung zu ihrem Vierbeiner zu optimieren. 

​Was lieben deine Kunden an dir?

​Da müsste man natürlich meine Kunden fragen. Ich denke aber, dass ein wesentlicher Erfolgsfaktor mein Ansatz ist, mir genügend Zeit für jeden einzelnen Kunden zu nehmen und jedes Mensch-Hund-Team immer individuell zu behandeln. 

​Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? 

​Da ich ausschließlich individuell berate, das heißt, nur in Einzelstunden, gibt es bei mir keinen typischen Arbeitstag. Meistens drehe ich aber am Morgen mit meinen eigenen beiden Hunden eine große Runde. Nach dem Frühstück starte ich dann in meinen Hundetrainer-Tag! 😉

​Welche Aspekte des Hundternehmer-Seins stellen dich beruflich oder privat vor Herausforderungen? 

​Ich denke, ich habe die gleichen Einschränkungen, wie jeder, der privat Hunde besitzt. Das heißt, vor allem bei Reisen oder spontanen Ausflügen muss man natürlich an die Versorgung oder den Transport der ​Vierbeiner denken. Beruflich ist der größte Aspekt auf jeden Fall, dass bei vielen Menschen der Wert für professionelle Verhaltensberatung noch recht niedrig ist. Im Gegensatz zu einem Handwerker, der zu Hause etwas repariert, wird bei uns Hundetrainern häufig schief geguckt, wenn wir Anfahrt berechnen. Deshalb habe ich auch auf meiner Homepage einen Beitrag veröffentlicht, der Transparenz in die Preisgestaltung meiner Angebote bringt. 

​Bist du entscheidungsfreudig oder zögerst du eher und denkst lieber alles noch einmal durch? 

​Ich bin generell sehr entscheidungsfreudig und höre gern auf mein Bauchgefühl. Mit wachsender Erfahrung lernt man, dass manche Entscheidungen dennoch etwas Planung bedürfen. Gerade der Schritt vom Studenten zum Full-Time-Verhaltensberater hat mich viel Arbeit, Geld und Erfahrungen gekostet. Ich habe einige Anfängerfehler gemacht und gelernt, gewisse Dinge besser zu planen. Davon profitiere ich heute. 

​Welche Hundternehmens-Bereiche möchtest du ausbauen und optimieren?

​Mir macht neben der klassischen Beratung vor allem auch das Schreiben und das Produzieren von Videos Freude. Ein Fokus der Zukunft wird sich darauf richten, kurze, informative Videos zu produzieren. Dafür bin ich gerade auf der Suche nach Sponsoren. 

​Bist du schon mal mit einem Plan gescheitert? Wie bist du damit umgegangen?

​Ich denke, jeder ist schon einmal mit einem Plan gescheitert, ob im Kleinen oder Großen. Wichtig ist, nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren, die richtigen Schlüsse aus dem Scheitern zu ziehen, aus Fehlern zu lernen und es wieder zu versuchen. Wie oben schon erwähnt, habe ich auch, gerade am Anfang meiner Selbständigkeit, hier und da Federn lassen müssen.

​Hast du dich schon mal gefragt, warum du das alles machst? Hast du schon einmal gezweifelt?

​Zweifel gehören zum Leben dazu. Dabei habe ich aber nie an der Sache selbst, sondern nur an den eingeschlagenen Wegen gezweifelt. Ich habe sogar eine kleine Pause meiner Hundternehmung gemacht und bin wieder einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgegangen. Am Ende hat mich mein Herz aber wieder zu dem gebracht, was ich liebe. 

​Wer gehört zu deinem persönlichen Hundternehmer-Rudel und was bedeuten sie für dich?

​Bisher besteht das Rudel nur aus mir und meinen beiden vierbeinigen Mitarbeitern Balou und Louie. Während der Arbeit sind die Hunde für mich Bestandteil meines Jobs, abseits der Verhaltensberatung bin ich natürlich Hundebesitzer, wie jeder andere auch. Auch meine Freundin Anna steht mir stets mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt mich, wo sie kann. 

​Die Zukunft und deine Visionen?

​Neben der erfolgreichen Beratung von Hundebesitzern wünsche ich mir vor allem, dass die Normalität, mit der die Kastration von Hunden durchgeführt wird, hinterfragt wird. Sie ist kein harmloser Eingriff und hat enormen Einfluss auf das Verhalten und die Gesundheit der Hunde. Dazu würde ich mir wünschen, dass die Menschen ihren Bezug zur Natur wiederfinden, ihrer Intuition vertrauen und harmonischer zusammenleben. Klingt kitschig, ich meine das aber durchaus ernst. 

​Was gibt es aktuell Aufregendes zu berichten?

​Ich bin relativ neu in Wuppertal und gerade erst dabei, das bergische Land kennen zu lernen. Der Aufbau einer Verhaltensberatung in einer neuen Stadt ist immer aufregend. 

​Was sind deine Ziele für 2018?

​Ich möchte möglichst bald meine Prüfung zum Sachverständigen machen. Neben dem erfolgreichen Aufbau meines Hundternehmens hier in Wuppertal ist das mein großes Ziel für dieses Jahr!

​Hast du einen speziellen Tipp für alle, die sich in ihrem Traumberuf selbständig machen wollen?

​Gute Planung ist die halbe Miete. Nicht davor zurückschrecken, Aufgabenbereiche abzugeben und sich Hilfe zu holen. Bei Zweifeln sollte man sich an die Gründe für den Schritt in die Selbständigkeit erinnern.

Du möchtest mehr über Alex und seine Arbeit erfahren? Dann schau doch mal hier vorbei:

Website der Hundeschule Care
Hundeschule Care bei Facebook
Hundeschule Care bei Instagram


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