Dogwalkerin Martina Lubetzki in Hundternehmer-Interview

​Für viele ein absoluter Traumberuf: Dogwalker! Den ganzen Tag nur an der frischen Luft, umringt von vielen verschiedenen Hunden. Diesen Traum hat Martina Lubetzki sich mit ihrem Hundternehmen Dogs On Tour erfüllt. Über ihren Alltag und die Herausforderungen erzählt sie uns heute im Interview. 

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​Martina, du bist Dogwalkerin. Wie ist es denn dazu gekommen? 

Mit dem Thema Hund beschäftige ich mich schon die letzten 10-15 Jahre sehr intensiv. Ich war als ehrenamtliche Gassigeherin im Tierheim Viernheim unterwegs, bis im Jahr 2008 unsere Ridgeback Hündin Amy bei uns einzog. Da sie kein einfacher Hund war und auch heute immer noch nicht ist, habe ich etliche Kurse und Seminare besucht und mich so immer weiter mit der Thematik Hund und Hundeverhalten auseinandergesetzt.

Entscheidend war jedoch eine Dokumentation im Fernsehen über die Dogwalker in Berlin. Diese habe ich im Jahr 2014 gesehen und hat mich nicht mehr losgelassen. Nachdem ich dann ein Jahr lang recherchiert, geplant und gerechnet habe, gab mir ein Besuch bei Anne Rosengrün von Sanny‘s Hundeservice in Nürnberg den letzten Kick. Ich war zwei Tage mit ihr und ihrer Hundegruppe unterwegs und danach stand für mich fest: Das werde ich auch machen!

​Seit wann gibt es dein Hundternehmen bzw. bist du Hundternehmer?

Dogs on tour gibt es seit Oktober 2015. 

​Welche deiner Talente und Leidenschaften kannst du in deinem Hundternehmen ausleben? 

Oh, da gibt es einige! Meine größte Leidenschaft gehört natürlich den Hunden. Es macht so viel Spaß die Hunde untereinander und miteinander zu beobachten. Jeder ist anders und ein eigenes Individuum. Ich finde es unheimlich spannend, sich auf jeden Hund einzustellen und mit ihm zu arbeiten – kein Tag gleicht dem anderen. Auch macht es unheimlich viel Spaß die Hunde zu motivieren, gemeinsam mit mir gut durch verschiedene Alltagssituationen zu kommen – sei es Hundebegegnungen, Radfahrer, Jogger usw. Aber auch die Hundebesitzer sind logischerweise sehr verschieden, hier sehe ich meine Herausforderung darin, auf die verschiedenen Wünsche und Vorstellungen einzugehen und diese innerhalb meiner Möglichkeiten zu erfüllen.

​Wie bereichert dein Hund deinen Alltag bzw. welche Rolle spielt er in deinem Hundternehmen? 

Leider spielt meine Hündin Amy in meinem Job keine Rolle, bzw. begleitet sie mich nicht auf meinen Touren mit den Hunden. Sie hat mir von Anfang an gezeigt, dass dies mein Job ist und sie damit nichts zu tun haben will. Das habe ich akzeptiert! Jedoch ist sie mein Ruhepol, wenn ich nach Hause komme und die ruhigen mittlerweile sehr gediegenen Runden am Nachmittag mit ihr genieße ich sehr.

Copyright: Martina Lubetzki

​Welche persönlichen Werte und Philosophien lebst du in deinem Hundternehmen aus? 

Für mich steht der Hund absolut im Vordergrund. Er soll sich bei uns wohlfühlen und soweit es geht seinen hundlichen Bedürfnissen nachgehen können. Wenn alle Hunde müde, glücklich und zufrieden in ihren Boxen liegen, war es für mich eine gelungene Tour. Sollte ein Hund über einen längeren Zeitraum allzu viel Stress mit den anderen Hunden haben, oder sich im Auto absolut unwohl fühlen, muss ich mich notfalls auch wieder von ihm trennen. Dann ist die Art der Betreuung nicht die richtige für ihn.

Ich weiß das Vertrauen meiner Kunden sehr zu schätzen, und mir ist sehr wichtig, dass sie ein gutes Gefühl dabei haben, mir ihren Liebling anvertrauen.

Auch meine Umwelt ist mir wichtig. Ich will den Hunden das maximale an Spaß bieten, jedoch dabei nicht vergessen, dass auch andere Menschen und Tiere in unserem Auslaufgebiet unterwegs sind. Das heißt, ich achte sehr darauf, dass keiner meiner Hunde jagen geht, und dass Jogger, Radfahrer oder andere Hundebesitzer nicht belästigt werden. Das ist nicht immer einfach, aber daran trainieren wir täglich.

Mein oberstes Gebot ist der absolut gewaltfreie Umgang mit den Hunden. Natürlich müssen die Hunde, gerade weil wir in der freien Natur unterwegs sind, gut funktionieren und gewisse Regeln einhalten. Unser Ziel ist jedoch, dies über Motivation und positive Verstärkung zu erreichen. Der freundliche Umgang mit den Hunden spiegelt sich auch in der Gruppe wieder, so dass die Hunde untereinander auch freundlich miteinander umgehen.

​Was lieben deine Kunden an dir?

Puhhh…. da müsstest du meine Kunden fragen. Ich denke, ich bin sehr zuverlässig und das ist für meine Kunden sehr wichtig. Sie verlassen sich schließlich darauf, dass ich ihren Hund abhole während sie bei der Arbeit sind. Vielleicht auch, dass ich Ihre Lieblinge behandle, als wären es meine eigenen. und auch bei kurzfristigen Planänderungen immer versuche diese möglich zu machen. Auch ist der Kontakt zu den Kunden, wenn gewünscht, sehr eng. Ich halte sie immer auf dem Laufenden, wenn etwas Besonderes war. Und viele meiner Kunden lieben meinen Wochenrückblick auf Facebook. Hier haben sie die Möglichkeit ihren Liebling in Aktion zu sehen.

​Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? 

Morgens ab 9 Uhr fange ich an meine Leckerchen für die Hunde zu schnippeln und zu richten. Fülle Wasser in Kanister und dann geht es los um die Hunde zuhause oder am Arbeitsplatz einzusammeln. Zwischen 11 und 11.30 Uhr kommen wir dann im Auslaufgebiet an und dort kann der Spaß losgehen. Nach ca. 1,5 Stunden werden die Dreckspatzen am Auto wieder einigermaßen gesäubert, jeder darf seinen Durst stillen und dann machen wir uns wieder auf den Nachhauseweg. Am Nachmittag ist dann meine eigene Hündin an der Reihe und danach heißt es noch Emails checken und Bürokram erledigen. Auch finden immer mal wieder Kennenlerntermine am Nachmittag statt.

​Welche Aspekte des Hundternehmer-Seins stellen dich beruflich oder privat vor Herausforderungen?

Jeder neue Hund ist eine Herausforderung. Wie integriert er sich in die Gruppe? Wie kommt er mit den Umweltsituationen klar? Wie schnell lernt er unsere Spielregeln? Außerdem ist mein Zeitmanagement eine große Herausforderung für mich, denn Zeit habe ich eigentlich immer zu wenig und fertig werde ich nie.

​Bist du entscheidungsfreudig oder denkst du lieber alles noch einmal durch?

Es fällt mir manchmal schwer wichtige Entscheidungen schnell zu treffen und ich mache mir lieber einmal mehr als zu wenig Gedanken.

​Welche Hundternehmensbereiche möchtest du ausbauen bzw. optimieren?

Ich habe 2017 eine Trainerausbildung bei CumCane begonnen, die mir sehr viel Spaß macht. Mein Ziel ist, danach meinen Kunden, aber auch anderen Hundebesitzern bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem gibt es immer wieder Ideen, die mir im Kopf rumschwirren. Geplant ist irgendwann eine zweite Runde am Nachmittag einzurichten.

​Bist du schon mal mit einem Plan gescheitert? Wie bist du damit umgegangen?

Bisher hatte ich das Glück, dass ich meine Pläne verwirklichen konnte ich hoffe das bleibt so. 😉

​Copyright: Martina Lubetzki

​Hast du dich schon einmal gefragt, warum du das alles machst? Hast du schon mal gezweifelt? 

Nein, wirklich gezweifelt habe ich noch nie. Es gab vielleicht ein, zwei Mal die Situation, dass ich mir bei strömendem Regen und Temperaturen gegen 0 Grad meinen Bürostuhl und eine heiße Tasse Kaffee gewünscht hätte, aber das war spätestens am Nachmittag wieder verflogen. Frust kommt allerdings manchmal auf, wenn Vater Staat mit seinen Steuern zuschlägt oder sich wieder eine neue Behörde mit irgendwelchen Gebühren oder Abgaben meldet, da kann man schon mal Zweifel bekommen.

​Wer gehört zu deinem persönlichen Hundternehmer-Lieblingsrudel und was bedeuten sie für dich? 

Meine größte Stütze, Hilfe und Unterstützung im Background ist mein Mann. Mit ihm kann ich alle Themen besprechen, die mich beschäftigen und bei denen ich einen Rat brauche. Er bringt oft Licht ins Dunkle und rückt mich wieder gerade, wenn ich mal aus der Spur gerate.

Auf meine liebe Mitarbeiterin Jenni will und kann ich auch nicht mehr verzichten. Nicht nur dass sie eine super wertvolle Arbeit leistet, wir fahren absolut die gleiche Linie, ich kann mich immer auf sie verlassen und der Austausch mit ihr über die „hundlichen Themen“ ist mir auch sehr wichtig.

Zu meinem persönlichen Lieblingsrudel gehören natürlich auf jeden Fall auch meine beiden Kinder, die jetzt beide, aufgrund ihres Studiums, nicht mehr regelmäßig zuhause wohnen. Deshalb genieße ich die Zeit umso mehr, wenn sie dann mal wieder um mich rum sind.

Last but not least gehört noch mein Liebling Amy zu mir. Sie ist mein Ausgleich zu den lebendigen Touren am Morgen, mit ihr komme ich wieder runter und ihr habe ich wohl in erster Linie mein Hundternehmen zu verdanken.

​Copyright: Martina Lubetzki

​Was gibt es aktuell aufregendes zu berichten? 

Aktuell aufregend ist für mich meine Hundetrainer Ausbildung bei CumCane. Es gibt viel zu lesen, aber noch mehr auszuprobieren und zu trainieren. Auch stehen immer wieder verschiedene Praxisseminare auf dem Programm. Es ist total spannend und hilft mir auch für meinen Alltag enorm weiter.

​Was sind deine Ziele für 2018?

Ziel für dieses Jahr ist es, unsere beiden Autos optimal auszulasten und meine Ausbildungsziele für dieses Jahr zu erreichen.

​Hast du einen speziellen Tipp für alle, die sich in ihrem Traumberuf selbständig machen wollen? 

Auf jeden Fall dranbleiben, sich nicht entmutigen zu lassen von Zweiflern, sondern sich eher Unterstützung holen zu Themen die einem nicht so liegen.

Vielen Dank an Martina, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns etwas mehr über ihr Leben als Hundternehmerin zu erzählen. Wenn du mehr über Dogs On Tour erfahren willst, dann klick doch mal hier:

​Website von Dogs On Tour
​Dogs On Tour bei Facebook
Dogs On Tour bei Instagram


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